Bei dem „Bunten Erzählsofa“ geht es um die Verbindung einer Urban Knitting genannten Kreativaktion mit der Dokumentation von individuellen Lebensgeschichten.
 

Internationaler Weltfrauentag, 08. März in Bischofsheim, Rosengarten Beitrag Chiman Mashi
 Zwischen Zelten und Zukunft - die Kraft kurdischer Frauen im Exil

Hallo, mein Name ist Chiman. Ich bin 36 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und lebe seit zehn Jahren in Deutschland. Ich bin Kurdin aus dem Iran, wurde jedoch in einem Flüchtlingslager im Irak geboren und bin dort aufgewachsen, weil meine Eltern wegen des Krieges zwischen Iran und Irak fliehen mussten. Heute, am 8. März, dem Internationalen Frauentag, möchte ich nicht nur meine eigene Geschichte erzählen, sondern vor allem über die Frauen sprechen, die ich im Lager erlebt habe – Frauen, die unglaubliche Stärke, Mut und Durchhaltevermögen gezeigt haben.

Für mich ist der Internationale Frauentag kein reiner Feiertag, kein Tag für Blumen oder Glückwünsche allein. Er ist eine Gelegenheit, uns zu erinnern an die Frauen, die unter schwierigen Bedingungen Geschichte geschrieben haben – Frauen, die trotz Krieg, Vertreibung, Armut und Gewalt nicht aufgegeben haben. Besonders denke ich an die kurdischen Frauen im Flüchtlingslager Al-Tash bei Ramadi im Irak. Über mehr als zwei Jahrzehnte lebten wir dort unter Belagerung, Unsicherheit und extremen Lebensbedingungen – und doch haben diese Frauen ein Vorbild des zivilen Widerstands geschaffen, das ich nie vergessen werde.

Ich habe erlebt, wie Frauen zu Hüterinnen von Sprache, Wissen und Kultur wurden. Das Lager lag in einer arabisch geprägten Region, unter der strengen Aufsicht des Baath-Regimes. Es bestand immer die Gefahr, dass unsere Kultur und Sprache verloren gehen. Dennoch unterrichteten Frauen die Kinder ehrenamtlich in kurdischer Sprache und Schrift – oft ohne Bücher, oft in Zelten oder einfachen Hütten. Sie lehrten uns Lesen, Schreiben, unsere Geschichte, unsere Literatur – all das, was unsere Identität ausmacht. Viele junge Frauen, die selbst im Lager zur Schule gegangen waren, wurden später Lehrerinnen und brachten auch älteren Frauen das Lesen und Schreiben bei. So stieg das Bildungsniveau der gesamten Gemeinschaft – und wir bewahrten unser kulturelles Gedächtnis.

Gleichzeitig waren die Frauen mutige Aktivistinnen. Sie sprachen mit internationalen Organisationen offen über Missstände: den Mangel an sauberem Wasser, die schlechte medizinische Versorgung, die Verletzung unserer Menschenrechte. In Krisenzeiten organisierten sie Sitzstreiks, Proteste und Initiativen, um Schutz für uns alle zu fordern. Sie kämpften gleichzeitig gegen die Repression der Behörden und gegen traditionelle Rollenbilder, die Frauen nur auf Haushalt und Familie beschränken wollten. Sie haben mir gezeigt, dass Frauen auch in extremen Situationen führen und Veränderungen bewirken können.

Für mich waren die Frauen im Lager nicht nur Lehrerinnen oder Aktivistinnen – sie waren die Seele unserer Gemeinschaft. Während die Männer oft mit Politik oder der Versorgung beschäftigt waren, sorgten die Frauen dafür, dass Bildung, Hoffnung und Zusammenhalt nicht verloren gingen. Sie waren Architektinnen unserer Gesellschaft, Trägerinnen der psychischen Stärke, auch unter extremen Bedingungen: in Zelten bei großer Hitze, ohne fließendes Wasser oder Strom. Sie haben den Alltag getragen, Hoffnung vermittelt und uns Kindern gezeigt, dass wir trotz allem weitermachen können.

Ich möchte, dass wir heute alle daran denken: Frauen sind nicht machtlos. Auch in schwierigen Umständen können wir Kraft entwickeln, Veränderung bewirken und unsere Stimme erheben. Meine Botschaft an Frauen, die fern ihrer Heimat leben oder unter Druck von Familie oder Gesellschaft stehen: Habt Mut. Eure Stimme zählt. Euer Engagement zählt. Ihr könnt die Welt verändern, auch wenn es manchmal nur Schritt für Schritt geschieht.

Trotz aller Härte des Lebens im Lager haben wir gelernt, uns weiterzuentwickeln – jede auf ihre eigene Weise: als Lehrerinnen, als Aktivistinnen, als Übersetzerinnen, als Trägerinnen von Kultur und Hoffnung. Wir haben unsere Stimmen in die Welt getragen, und ich bin stolz auf jede einzelne Frau, die das geschafft hat.

Am heutigen Tag wünsche ich mir eine friedliche Welt, frei von Gewalt und Unterdrückung gegen Frauen. Ich gratuliere allen Frauen – überall auf der Welt – und danke euch dafür, dass ihr jeden Tag Mut zeigt, Widerstand leistet und Hoffnung weitertragt.

Gedenken und Erinnern
– Linien nach Auschwitz –

 

Dienstag 27. Januar 2026 um 19:00 Uhr


in der Buchhandlung Villa Herrmann Wortreich GmbH

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz lädt das Bunte Erzählsofa in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung in der Villa Herrmann zu einer Gesprächsrunde ein zum Thema Gedenken und Erinnern in der Mainspitze heute. Auf dem bunten Sessel werden drei Gäste platznehmen, die jeweils aus der speziellen Perspektive jeder der drei Orte sprechen können.
Elke Möller, Bischofsheim – Stiftung Alte Synagoge Rüsselsheim
Marcus Bahnsen, Gustavsburg – Evangelischer Pfarrer Gustav Adolf Gemeinde
Klaus Metzger, Ginsheim – Sport- und Kulturgemeinde Ginsheim
Mit dem Blick auf die vergangenen Verstrickungen soll die aktuelle Herausforderung gesehen werden, die sich mit den zunehmenden Tendenzen zur Ausgrenzung heute wieder für uns stellt. Unsere Gäste werden konfrontiert mit gesicherten Zeugnissen aus den Jahren der NS – Herrschaft, um dann gemeinsam die unbequemen Fragen zu erörtern, wie mit einer guten Kultur des Gedenkens und Erinnerns konkrete Haltungen im heutigen Umgang mit Verschiedenheit gefördert werden können. Die Veranstaltung ist barrierefrei.
Aufgrund begrenzter Sitzplätze bitten wir um Anmeldung per QR-Code.


Peter Hartwig Filiz Konur-Zech

Preisverleihung
 
am 18.11.2025 wurde uns mit unserem neuen Projekt
„Das Bunte Erzählsofa“ der 3.  Preis zum „Projekt Vielfalt“ des Radiosenders Big FM verliehen.
 

Das Erzählsofa auf der Bühne

>Der Auftakt ist gemacht! Bald können Menschen eingeladen werden, Platz zu nehmen und ihre
Geschichte zu erzählen. Mit Stolz präsentierten die Initiatoren des Bunten Erzählsofas Filiz Konur-
Zech und Peter Hartwig am Montag im vollbesetzten Kunstwürfel in Bischofsheim den fertiggestellten
bunten Sessel. Das einmalige reichgeschmückte Sitzmöbel wurde am Abend des internationalen
Tages der Demokratie nun als Hauptperson vorgestellt und Filiz Konur-Zech konnte eine lange Liste
an aktiven Unterstützern nennen, die seit Mai geholfen hatten, einen ausrangierten Sessel zu einem
eindrucksvollen Symbol solidarischen Zusammenwirkens zu machen. Deutlich sichtbar ist darauf an
zentraler Stelle das Logo des Bündnisses Miteinander in der Mainspitze zu erkennen, als dessen Teil
dieses Projekt stattfindet. Landrat Thomas Will verdeutlichte in seinem Grußwort wie wichtig die
Akzeptanz der Vielfalt für den Zusammenhalt der demokratischen Gesellschaft ist und wünschte dem
Projekt ein gutes Gelingen. Zusammen mit dem Bürgermeister Thorsten Siehr und der wegen
Krankheit in Vertretung anwesenden Bürgermeisterin Lisa Gößwein sicherten alle Amtsträger ihre
weitere Unterstützung zu, die hier zum Auftakt gerade im Rahmen der interkulturellen Woche
gegeben war.
Vor dem so schön gelungenen Gemeinschaftswerk des bunten Sessels nahmen dann die drei
Podiumsgäste Platz. In der heute notwendigen Weiterentwicklung der Demokratie muss das
Bewusstsein für die Haltung im Umgang mit dem Anders Sein gefördert werden, führte Peter Hartwig
in die Thematik ein. Dr. med. Laila Arash-Kaps machte das als Medizinerin deutlich aus ihrer
Erfahrung im Umgang mit Menschen die durch Erkrankung ein Leben mit Behinderung führen.
Welche wertvolle Bereicherung auch ein beeinträchtigter Mensch im Rollstuhl sein kann, verdeutlichte
sie am Beispiel einer Patientin, die trotz schwerer Krankheit ein Studium abgeschlossen hat und eine
Lehrtätigkeit im Fach Medienbildung ausübt. Vom Neuen Gymnasium Rüsselsheim war Studienrat
Julian Hundt zu Gast, der auch aus Schulleitungsperspektive die fehlende Zeit zur
Auseinandersetzung mit Kindern unterschiedlicher Herkunft oder Identität an den Schulen beklagte.
In der wichtigen Entwicklungsphase des Jugendalters müssen die Schulen Unterstützung im
Selbstfindungsprozess geben, denn vielfach sind Mädchen und Jungen, die keine heterosexuelle
Identität entwickeln, von Ausgrenzung und Anfeindung betroffen. Eindrucksvoll konnte Cornelia
Rühlig von ihrer Arbeit in der KZ Gedenkstätte Walldorf berichten. Jugendliche die sich für
Naziparolen empfänglich zeigten, hatten während der Bildungsarbeit in der direkten Begegnung mit
Gleichaltrigen im Gespräch über Lebensthemen eine positive Beziehung aufbauen können und
wurden dann in der Konfrontation mit der jüdischen Identität ihrer Gegenüber in ihrer Haltung
tatsächlich erschüttert. Gegen jeglichen Versuch der Aussonderung von Menschen nach willkürlich
bestimmten Merkmalen müssen wir uns in der Vergegenwärtigung der Verbrechen der Nazidiktatur
vehement wehren. Dafür warb Cornelia Rühlig im Namen der Margit Horvath Stiftung, die den Namen
einer ehemaligen ungarischen Insassin des KZ Walldorf trägt. Darauf bezog sich auch Peter Hartwig,
wenn er forderte: „Wir brauchen die ganze große Vielfalt aller Menschen, damit sich die Landschaft
der Zukunft fruchtbar entfaltet.“ Die drei Gäste konnten mit ihren Beiträgen Mut machen, dass auf
dem Weg des direkten Gesprächs Haltungen aufgebrochen und ein Umgang mit dem Anders Sein in
der Akzeptanz von Verschiedenheit gefunden werden kann.
Die Frauen vom Chor „More Than Ten“ konnten unter der Leitung des Dirigenten und Pianisten
Pascal Martiné diese Botschaft zu Beginn schon mit ihren Stimmen fühlbar machen und den
zahlreichen Besucherinnen und Besuchern in der sorgsamen Auswahl und der eindrucksvollen
Interpretation ihrer Lieder auch am Ende musikalisch mit auf den Weg geben.

Ein bunter Besuch beim ASB

Viele Knäuel bunter Wolle, ein paar Nadeln und fertige Bommeln genügten dem Kreis an Damen und Herren an diesem Nachmittag als Aufforderung zum Mitmachen. Am Mittwoch, den 20. August war das „Bunte Erzählsofa“ zu Gast in der Tagesstätte des ASB in Bischofsheim, wo sich die dort betreuten Menschen gemeinsam mit Filiz Konur-Zech und Peter Hartwig von Miteinander in der Mainspitze um einen großen Tisch versammelten.
 
Ungeduldig fassten die Hände gleich in das Material, prüften und fühlten und so war die Erinnerung an die einmal gelernten handwerklichen Fähigkeiten schnell wieder wach und die Freude am Mittun geweckt. Wenige Worte der Erklärung genügten und alle hatten ihre Aufgabe gefunden und drehten eine Bommel oder versuchten sich an Häkeleien. Die Idee über gemeinsames Handarbeiten mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die in der gleichen Gemeinde wohnen, überzeugte alle sofort und traf offensichtlich auf ein Bedürfnis fast aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
 
Bald hatten sich schon einige Zungen gelöst und es wurden Geschichten hörbar aus dem jahrzehntelangen Leben der Menschen hier am Tisch. Das so schnell entstandene lebhafte Miteinander mit den betreuten Personen überzeugte auch die Betreuerinnen schnell und sie wollten gerne bald eine solche Handarbeitsstunde wiederholen. Nachdem Kaffee und Kuchen serviert wurde, waren sich alle einig, dass erneuter Besuch gerne gesehen würde.
 
Am Ende stellten alle Damen und Herren ihr fertiges Produkt spontan dem Erzählsofa zu Verfügung, so dass sich am bunt bestückten Sessel sehr bald die Bommeln aus den Händen dieser älteren Menschen, mit denen von ganz anderen vielleicht auch jüngeren Fingern, zusammenfinden werden.
 
 
 
 
 

Kunstfertiges Statement

In den Schaufenstern, Vereinsheimen, an den Türen öffentlicher Einrichtung und in Privathaushalten: Das Logo der Initiative „Miteinander in der Mainspitze“ , das für Demokratie, Zusammnehalt und für ein friedliches, respektvolles Miteinander steht. Eine besonders kunstfertige, gestickte Version hat die Bischofsheimer Künstlerin Hanife Uzun gestaltet. 

Am 5.6.2025 fand auf Einladung des Büros für Integration und der Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus zum zehnten Mal ein Vernetzungstreffen im Landratsamt Groß-Gerau statt. Unsere Initiative „Miteinander in der Mainspitze“ war mit uns, Rainer Sponsel und Bergith Heydekamp als Vertreter, das zweite Mal dabei. Es begann mit einem Gallery Walk, bei dem sich verschiedene Initiativen aus dem Kreis auf Stellwänden und im Gespräch vorstellten.


Für uns war es wieder beeindruckend, wie viele Gruppen im Kreis aktiv sind. Die „Omas gegen Rechts“ z.B. kennen die meisten von uns. Interessant ist aber, wo es überall in unserem Kreis Untergruppen gibt und welche vielseitigen Projekte sie haben. Wer von uns kennt z.B. VOG? Das ist der „Verein ohne Grenzen“ in Büttelborn, der zum „Walk+Talk gegen Rassismus“ einlädt. In Rüsselsheim, in Raunheim, an der Mainspitze, in Biebesheim, in Gernsheim etc. stehen Menschen auf für eine offene Gesellschaft. Die christlichen Kirchen und muslimische Glaubensgemeinschaften unterstützen engagiert. Die Europa-Union ist dabei. Die Anwesenden stellten fest, wie gut es tut, positive Meldungen zu bekommen und zu sehen, dass unser Engagement sich lohnt.


Begeistert waren wir aber auch wieder von der professionell hervorragenden Organisation des Treffens durch verschiedene Stellen des Landratsamts und ihre kompetenten Mitarbeiter:innen.

Im zweiten Teil des Treffens gab es Arbeitsgruppen zu den Themen “Demokratiebildung” und  „Regelmäßige Treffen von Netzwerkpartner:innen organsieren“. Wir waren beide in der zweiten Gruppe. Betont wurde hier, dass die Vernetzung wichtig ist, denn sie gibt Schwung und Ideen. Angestrebt wird mindestens ein Netzwerktreffen pro Jahr. Dazwischen sind das Büro für Integration und die Fachstelle Brücken für die Beratung und die Weitergabe von Informationen erreichbar.


An dieser Stelle schlagen wir für einen der kommenden Runden Tische vor, die Fachstelle einmal einzuladen, damit sie sich vorstellen kann. Ihre Hilfe ist möglicherweise auch für einzelne Partner:innen von „Miteinander in der Mainspitze“ wertvoll.

Auf unserer Stellwand haben wir bisherige Aktionen unserer Initiative vorgestellt und viel Lob bekommen.

Dieses Lob geben wir heute an alle weiter.

Zurück aus der Sommerpause

Mit großen Schritten oder vielmehr Bommeln nähert sich die erste Veranstaltung mit dem bunten Erzählsofa am 15. September 2025 am Kunstwürfel Bischofsheim. 

Das bunte Erzählsofa in der Sommerpause

Noch steht nicht sicher fest, ob die beginnende Ferienzeit für das „Bunte Erzählsofa“ eine
Phase der schöpferischen Pause sein oder ob gerade jetzt darin die Muße gefunden wird,
um Häkel-, Strick- und Bommelarbeit zu tun.

Jedenfalls werden die beiden Initiatoren Filiz Konur-Zech und Peter Hartwig die Sommerwochen auch nutzen,

um bei einigen bekannten
Institutionen Besuche zu machen und die Menschen dort zu kreativer Handarbeit anzuregen
oder auch die erste Bereitschaft für Gespräche und erzählte Lebensgeschichten zu wecken.

Wer während der Ferien in der Hängematte oder im Liegestuhl Lust hat, außer der
Lieblingslektüre auch Nadel und Faden in die Hand zu nehmen, ist herzlich eingeladen die
eigenen selbstgefertigten Produkte dem Projekt zukommen zu lassen. So könnten Sessel,
Stuhl und Sofa schon ab jetzt schon immer bunter werden, bevor am 15. September 2025
die Auftaktveranstaltung um 19.00 Uhr im Kunstwürfel in Bischofsheim mit einer
Podiumsdiskussion und unter der Teilnahme des Frauenchores MORE THAN TEN
stattfinden wird.

Kontakt über Miteinander in der Mainspitze: https://miteinander-in-der-mainspitze.de/kontakt/
E-Mail: Bunte-Mainspitze@t-online.de

Update: Fleißiges Sommerbommeln im Repaircafé ...

Das bunte Erzählsofa - Kreativaktion für eine bunte und lebendige Mainspitze

 
 
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Mainspitze, 
 
als Mitglieder der Initiative Miteinander in der Mainspitze engagieren wir uns seit geraumer Zeit im Ehrenamt. Gemeinsam mit unseren Ehrenamtskolleg:innen versuchen wir Projekte in der Mainspitze zu initiieren, die uns als Menschen in der Gesellschaft näher zusammenbringen, um den demokratischen Zusammenhalt auf lokaler Ebene zu fördern. Wir bemühen uns mit verschiedenen Aktionen das Bewusstsein für die Unteilbarkeit der menschlichen Würde zu stärken und damit rassistischen und demokratiefeindlichen Bestrebungen entgegenzuwirken.
 
Unser neues Projekt in diesem Kontext, das genau diese Ziele verfolgt heißt: „Das bunte Erzählsofa“
Es geht darin um die Verbindung einer Urban Knitting genannten Kreativaktion mit der Dokumentation von individuellen Lebensgeschichten. 
 

Für den Internationalen Tag der Demokratie am 15. September, planen wir eine Auftaktveranstaltung um 19 Uhr, im Kunstwürfel in Bischofsheim. Dazu konnten wir den Chor „More Than Ten“ gewinnen, der sich mit einigen Liedern dort beteiligen wird. Auch die beiden Bürgermeister der Mainspitze haben für die Aktion ihre Unterstützung bereits zugesagt. Zu dieser Veranstaltung sollen dann möglichst auch schon die ersten​ entstandenen Produkte der handwerklichen Aktionen vorgestellt werden.

Darum rufen wir heute dazu auf, werdet Teil dieses Projektes. Denn wir brauchen euch als Mitwirkende; weil es ohne Strickwerke kein Kunstwerk gibt. Wenn ihr also Lust habt, Teil dieser kreativen Aktion zu werden, dann lasst uns das „bunte Erzählsofa“ gemeinsam gestalten.

Abgegeben werden können deine/ eure Häkel- und/oder Strickarbeiten in Form von Granny Squares, einfachen Muster-/Maschenproben, kleinen Strickstücken in unterschiedlichen Formen, Farben und Materialien, Applikationen oder Borten, gerne mit den Motiven, die ihr mögt, Herzen, Blumen, Bäumen, Regenbogen, Früchten, Friedenstauben, Tieren oder Einhörnern:-) ab sofort bis zum 22. August.
Es gibt keine Vorgaben was Farben, Formen oder Material angeht, eure Strickwerke sollten nur nicht größer sein als 30 cm Länge oder Breite. Gerne würden wir dich/ euch dann auch beim Handarbeiten besuchen, euch näher kennenlernen und vielleicht ergibt sich dabei ja schon das ein oder andere Gespräch, das sich zur Dokumentation eignet.
 
Sehr dankbar wären wir auch für Unterstützung in Form von Handarbeitsmaterial (Wolle, Nadeln, Borten, etc.). So könnten wir auch nachhaltig kreativ sein. Wenn ihr uns eure Angebote mit Angabe einer Telefonnummer per E-Mail an Bunte-Mainspitze@t-online.de meldet, besprechen wir die Abholung gerne persönlich.
Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn wir eure Unterstützung bekämen und mit euch zusammen zeigen könnten, wie bunt die Mainspitze ist:
Denn Menschen sind Menschen, nur mit unterschiedlichen Strickmustern.
 
Mit freundlichen Grüßen
Filiz Konur-Zech     Peter Hartwig
für Miteinander in der Mainspitze

Zu Besuch auf dem Burgfest

Am 5.6.2025 fand auf Einladung des Büros für Integration und der Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus zum zehnten Mal ein Vernetzungstreffen im Landratsamt Groß-Gerau statt. Unsere Initiative „Miteinander in der Mainspitze“ war mit uns, Rainer Sponsel und Bergith Heydekamp als Vertreter, das zweite Mal dabei. Es begann mit einem Gallery Walk, bei dem sich verschiedene Initiativen aus dem Kreis auf Stellwänden und im Gespräch vorstellten.


Für uns war es wieder beeindruckend, wie viele Gruppen im Kreis aktiv sind. Die „Omas gegen Rechts“ z.B. kennen die meisten von uns. Interessant ist aber, wo es überall in unserem Kreis Untergruppen gibt und welche vielseitigen Projekte sie haben. Wer von uns kennt z.B. VOG? Das ist der „Verein ohne Grenzen“ in Büttelborn, der zum „Walk+Talk gegen Rassismus“ einlädt. In Rüsselsheim, in Raunheim, an der Mainspitze, in Biebesheim, in Gernsheim etc. stehen Menschen auf für eine offene Gesellschaft. Die christlichen Kirchen und muslimische Glaubensgemeinschaften unterstützen engagiert. Die Europa-Union ist dabei. Die Anwesenden stellten fest, wie gut es tut, positive Meldungen zu bekommen und zu sehen, dass unser Engagement sich lohnt.


Begeistert waren wir aber auch wieder von der professionell hervorragenden Organisation des Treffens durch verschiedene Stellen des Landratsamts und ihre kompetenten Mitarbeiter:innen.

Im zweiten Teil des Treffens gab es Arbeitsgruppen zu den Themen “Demokratiebildung” und  „Regelmäßige Treffen von Netzwerkpartner:innen organsieren“. Wir waren beide in der zweiten Gruppe. Betont wurde hier, dass die Vernetzung wichtig ist, denn sie gibt Schwung und Ideen. Angestrebt wird mindestens ein Netzwerktreffen pro Jahr. Dazwischen sind das Büro für Integration und die Fachstelle Brücken für die Beratung und die Weitergabe von Informationen erreichbar.


An dieser Stelle schlagen wir für einen der kommenden Runden Tische vor, die Fachstelle einmal einzuladen, damit sie sich vorstellen kann. Ihre Hilfe ist möglicherweise auch für einzelne Partner:innen von „Miteinander in der Mainspitze“ wertvoll.

Auf unserer Stellwand haben wir bisherige Aktionen unserer Initiative vorgestellt und viel Lob bekommen.

Dieses Lob geben wir heute an alle weiter.